Bist du ein eifriger Nachfolger?

Bist du ein eifriger Nachfolger?

Gottes Vollausstattung ist erst der Anfang

In der vergangenen Woche haben wir uns anhand von 2. Petrus 1, 3-4 Gottes Vollausstattung für Gläubige näher angeschaut. Gott hat uns diese Vollausstattung für unser geistliches Leben durch Christus zukommen lassen. Dazu gehören folgende Aspekte:

1. Durch Christus hast du alles für ein gottgefälliges Leben.
2. Durch Christus hast du die größten Verheißungen.
3. Durch Christus wirst du Teilhaber der göttlichen Natur.


Bevor du weiterliest! Hier geht es zum Rückblick: Gottes Vollausstattung für dich


Aufbauend auf diese gottgeschenkte Vollausstattung, kommt Petrus nun mit den Worten „eben deshalb“ (Vers 5) auf unsere Verantwortung zu sprechen und deshalb lautete unser Thema:
Gottes Vollausstattung für dich, damit du zum eifrigen Nachfolger wirst.

Der Abschnitt 2. Petrus 1, 5-11 lässt uns drei Schlussfolgerungen für unser Leben ziehen.

1. Da wir durch Christus alles haben, wollen wir mit vollem Einsatz im Glauben wachsen (V. 5-7)

Petrus fordert uns in Vers 5 dazu auf, „allen Fleiß“ aufzuwenden was unser geistliches Wachstum betrifft. Wir kennen das Sprichwort „von nichts, kommt nichts“. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich in vielerlei Hinsicht in alltäglichen Dingen, aber das Prinzip trifft auch auf unser persönliches Glaubenswachstum zu.

Wir haben den „kostbaren Glauben durch die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus“ (Vers 1) einmalig empfangen, aber das ist nicht das Ende unseres Glaubensweges, sondern vielmehr der Anfang eines langen Glaubenswachstumsprozesses.

Der empfangene Glaube ist erst der Anfang des Wachstumsprozesses.

Die Bibel beschreibt den Beginn unseres Glaubenslebens auch mit dem Wort „Wiedergeburt“ (vgl. Joh. 3,3-7; 1. Petr. 1,3; 1. Joh. 5,1). Wie ein neugeborenes Kind sind wir als Christen bereits der göttlichen Natur teilhaftig (Vers 4) und haben alle Voraussetzungen und Anlagen für ein gottgefälliges Leben (Vers 3). Dennoch müssen wir – wie ein Kind – lernen, genau diese gegebenen Mittel selbständig zu nutzen und in unserem Leben zu entfalten.

Dementsprechend fordert Petrus uns zum eifrigen Bestreben nach Glaubenswachstum auf, indem er in den Versen 5-7 folgende Dinge nennt, die zu einem christusähnlichen Leben gehören.

Die Tugend

Er nennt dazu die „Tugend“, die zu unserem Glaubensleben dazukommen soll. Das griechische Wort für „Tugend“ kann auch mit „Vollkommenheit“ übersetzt werden und somit ist hier die Rede von einem tadellosen Leben im äußerlichen Verhalten – aber darüber hinaus auch in den Motiven, der Anbetung und Hingabe. Vorbild dieses vollkommen tugendhaften Lebens ist Jesus selbst (siehe dazu Vers 3), sodass wir schlussendlich aufgefordert sind immer mehr in sein Bild zu wachsen.

Während wir ein christusähnliches Verhalten möglicherweise noch in mancher Hinsicht einigermaßen gemeistert bekommen, scheitern wir allerspätestens an den Motiven des Herzens, die uns selbst oft gar nicht bewusst sind (Jer. 17,9). Da die Bibel das Herz als Ursprung allen Lebens beschreibt (Spr. 4,23), benötigen wir wahre Herzensveränderung, die nur Gott selbst bewirken kann (Jer. 17,10). Deshalb nennt Petrus in seiner Kette als nächstes die „Erkenntnis“.

Die Erkenntnis

Damit ist von Gott geschenkte geistliche Erkenntnis gemeint, die im Wesentlichen zwei Dinge umfasst: Tiefere Gotteserkenntnis und tiefere Selbsterkenntnis.

Mit anderen Worten: Ich sehe Gott in seinem Wesen klarer und sehe mich in seinem Licht. Dadurch werden mir sowohl in seinen Augen falsches Verhalten wie auch verkehrte Motive bewusst. Die beschriebene geistliche Erkenntnis kommt im Wesentlichen durch die Beschäftigung mit seinem Wort (Hebr. 4,12f.; Ps. 119,9-11) und durch Gebet (vgl. Eph. 1,17-18).

Die Selbstbeherrschung

Aus der Erkenntnis resultiert die „Enthaltsamkeit/Selbstbeherrschung“. Während die Sünde versucht, die Gläubigen auch nach ihrer Wiedergeburt noch zu beherrschen, sind Gottes Kinder dazu befreit, sich vom Geist Gottes beherrschen zu lassen (Gal. 5,16-18.24-25).

Kinder Gottes sind dazu befreit, sich vom Geist Gottes beherrschen zu lassen.

Das Ausharren

Die Selbstbeherrschung soll jedoch nicht nur von kurzer Dauer sein, sondern im „standhaften Ausharren“ münden. Es geht demnach darum, dass ein Christ darin wächst, dauerhaft vom Geist Gottes beherrscht zu werden. „Ausharren“ ist besonders in Herausforderungen gefragt, die durch schwierige Lebensumstände oder Menschenfurcht hervorgerufen werden können (Hebr. 10,32-36).

Dementsprechend nennt Petrus als nächstes die „Gottseligkeit/Gottesfurcht“.


Jerry Bridges: Streben nach Gottseligkeit

Unsere Buchempfehlung zum Thema

In seinem Buch stellt Jerry Bridges die positive Aufforderung des Paulus heraus, den neuen Menschen „anzuziehen“. Es geht ihm insbesondere um die Hingabe an Gott.
Er spricht über Charaktereigenschaften, die zu entwickeln in unserer Verantwortung als Christen – in Zusammenarbeit mit dem Heiligen Geist – liegen: Demut, Zufriedenheit, Dankbarkeit, Freude, Heiligkeit, Selbstbeherrschung, Treue, Frieden, Geduld, Sanftmut, Gütigkeit, Freundlichkeit und Liebe.

Hier bestellen


Die Gottesfurcht

Nur wer Gott fürchtet und selig ist in ihm, kann standhaft ausharren. Er kann in herausfordernden Umständen beständig bleiben, da er sich weder von Umständen noch von Menschenfurcht leiten lässt. In der „Gottesfurcht“ geht es um die persönliche Liebesbeziehung zu Gott, in der wir ihn besser kennen lernen.

Gottesfurcht bezeichnet die eigene Liebesbeziehung zum Herrn.

Ich lerne, mein Leben mehr auf ihn zu beziehen und in der Liebe zu ihm zu wachsen. Diese persönliche Liebesbeziehung zu Gott bestärkt auch die Liebe zu anderen Menschen und so nennt Petrus als nächstes die „Bruderliebe“.

Die Bruderliebe und die Liebe zu allen Menschen

Die Bibel fordert uns an vielen Stellen zur gegenseitigen Liebe unter Glaubensgeschwistern auf (1. Joh. 4,21; Joh. 13,34-35). Wir sind aus reiner Gnade zu Gottes Kindern geworden und nun aufgefordert, einander nach dem Vorbild Jesu zu lieben. Aber auch über die „Bruderliebe“ hinaus hat uns Jesus den Auftrag hinterlassen andere Menschen zu lieben (Mt. 22,39), sodass Petrus als letztes in seiner Aufzählung die „Liebe“ zu allen Menschen nennt.

Im weiteren Text fordert Petrus seine Leser anhand der genannten Dinge zur Selbstprüfung auf.

2. Da wir durch Christus alles haben, wollen wir uns ehrlich selbst prüfen (V. 8-9)

Petrus nennt uns zwei Möglichkeiten, die zur Selbstprüfung dienen können:

Die erste Möglichkeit

Du bist im Wachstumsprozess und die in den Versen 5-7 genannten Eigenschaften sind bereits teilweise vorhanden und werden zunehmend mehr (siehe Vers 8).

Auch wenn noch viel Veränderung und Glaubenswachstum nötig ist, so ist doch im Laufe der Zeit schon etwas an Fortschritt in verschiedenen Lebensbereichen zu erkennen.

Welche der beiden Möglichkeiten beschriebt deine aktuelle Lage?

Die zweite Möglichkeit

Es ist absolut nichts an Wachstum zu sehen und auch keinerlei Fortschritt in Aussicht (Vers 9).

Dabei geht es in keinster Weise um Perfektion oder ein gewisses Mindestmaß an Veränderung, aber wer in seinem Leben nicht mal in Ansätzen Fortschritt oder zumindest die Bereitschaft zur Veränderung feststellt, sollte diese Worte von Petrus nicht spurlos an sich vorbeigehen lassen.

Vielmehr sollte er ganz neu auf die anfängliche Gnade in Jesus Christus (vgl. Vers 9b) und den geschenkten kostbaren Glauben (Vers 1) schauen, um davon motiviert eifrig Jesus nachzufolgen.

Deine Prüfung

Da Petrus seine Leser mit diesen zwei Möglichkeiten zur Selbstprüfung auffordert, wollen auch wir uns persönlich dieser Selbstprüfung unterziehen und fragen:

Wie würde ich mich einordnen?
Träge und fruchtleer“ oder „wachsend und fleißig bestrebt“?

Wenn du dir die Eigenschaften in den Versen 5-7 anschaust:
Wo sind deine Baustellen? Und wie wirst du in nächster Zeit konkret daran arbeiten?

3. Da wir durch Christus alles haben, wollen wir unserer Berufung gemäß leben (V. 10-11)

In den Versen 10-11 ermahnt Petrus seine Leser nochmal eindringlich die erste Variante zu wählen (V. 8), da er nicht will, dass seine Leser im Glauben ungefestigt bleiben. Er spricht dementsprechend einen erneuten Appell aus – wie schon in Vers 5 – und fordert sie auf, ihre „Berufung“ und „Erwählung“ festzumachen.

Dabei ist sich Petrus völlig im Klaren, dass die Berufung und Erwählung ausschließlich Gottes Werk ist (siehe Verse 3-4). Dennoch fordert er seine Leser auf, entsprechend ihrer Berufung zu leben. Schon im ersten Brief hat er in 1. Petr. 2,9 und 1. Petr. 1,14-15 deutlich gemacht, dass wir erlöst und berufen sind zu einem Leben in Heiligung.

Errettender Glaube ist der Boden, auf dem die Frucht der Heiligung wächst.

– John MacArthur

Natürlich ist nicht das Maß unserer Heiligung entscheidend für unsere Errettung, aber auf der Grundlage unserer Errettung sind wir zu einem Leben in Heiligung aufgerufen. Der bekannte amerikanische Theologe John MacArthur schreibt dazu:

„Errettender Glaube ist der Boden, auf dem die Frucht der Heiligung wächst.“ (Eph 2,8-10; Eph. 5,8-11; 2. Thes. 2,13-17; 2. Kor 5,15)

Gerade durch das zunehmende Wachstum in der Heiligung werden wir im Glauben gefestigt und erkennen, dass wir Gewissheit über unser Heil haben dürfen. Diese mutmachende Gewissheit will Petrus seinen Lesern vermitteln, sodass sie sich nicht von den Irrlehrern fortreißen lassen (vgl. 2. Petrus 3,17), die später im Brief in Kapitel zwei noch ausführlicher besprochen werden.

Petrus nennt in Vers 10b das Mittel, das ihnen zur Standhaftigkeit verhilft: „Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln.“ Zusätzlich macht er ihnen eine Zusage in Vers 11, die ihnen Mut machen soll, im Glauben weiter zu wachsen. Abschließend macht er ihnen deutlich, dass Jesus selbst der alleinige Retter ist, der ihnen Eingang in sein Königreich gewähren wird.

Willst du eine eifriger Nachfolger werden?

Was ist deine Berufung als Christ? Wie können wir unserer Berufung gemäß leben?

Nimm dir für die nächste Zeit eine konkrete christusähnliche Eigenschaft vor, an der du bewusst arbeiten willst. Vielleicht kann dir ein(e) Glaubensbruder bzw. -schwester oder ein Buch dabei behilflich sein. Führe dir täglich deine großartige Berufung und Erwählung in Jesus Christus vor Augen und bitte den Herrn täglich neu, dieser Berufung gemäß zu leben und darin zu wachsen.

Bete dafür, dass du im Glauben und in der Erkenntnis wächst. Bete auch für deine Glaubensgeschwister, dass ihr zunehmend mehr eurer Berufung gemäß lebt und konkrete Dinge, die euch bewusst geworden sind und die ihr euch vorgenommen habt, wirklich in die Tat umgesetzt werden. Bete auch für Menschen, die momentan einen Durchhänger im Glauben haben.


Dieser Blogartikel ist eine Zusammenfassung der Predigt „Eifrige Nachfolge“ über 2. Petrus 1, 5-11 (08.10.2017) von Daniel Vogelsang. Du kannst sie hier nachhören.