Das Beste für Andere geben!

Das Beste für Andere geben!

Das Beste für Andere geben

Warum möchten viele kleine Mädchen Krankenschwester oder Ärztin werden? Warum wollen kleine Jungs zur Feuerwehr oder zur Polizei? Diesen Berufen haftet schon immer etwas Heldenhaftes an. Es sind meist Berufe, bei denen selbstlos das Wohl anderer gesucht wird.

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene lieben Heldengeschichten. Wir lieben es, wenn andere Menschen selbstlos sind und sich für andere aufopfern. Solche Geschichten bewegen uns, sie inspirieren uns – manchmal motivieren sie uns sogar, ähnlich zu handeln.

Auch wenn im Alltag nicht immer die größten Heldengeschichten geschrieben werden, stehen wir Menschen täglich vor der Herausforderung, zwischen unserem Besten oder dem unserer Mitmenschen zu wählen. Wir müssen uns entscheiden: Leben wir selbstlos oder egoistisch?

Bleibe ich etwas länger im Büro, damit die allein erziehende Mutter früher zu ihrem kranken Kind nach Hause kann? Oder mache ich keinen Handschlag zuviel, damit ich zeitig zuhause auf dem Sofa sitzen kann? Stehe ich nachts auf, um mich um das schreiende Kind zu kümmern? Oder drehe ich mich auf die Seite und lasse meinen Ehepartner aufstehen? Helfe ich meiner Kommilitonin beim Lernen, die sichtlich mit dem Lernstoff überfordert ist? Oder ist sie mir egal? Wir müssen uns entscheiden.

Die meisten Menschen stehen morgens nicht auf und überlegen sich:

„Heute will ich aber mal egoistisch sein!“

Und doch geht es uns oft so, dass wir auf der einen Seite selbstlos sein möchten, auf der anderen Seite aber oft egoistisch leben. Und das erzeugt eine Spannung in uns. Es kann uns unzufrieden machen oder sogar ein schlechtes Gewissen erzeugen.

Jesus fordert uns Menschen in seinem Wort auf, nicht unseren Vorteil, sondern den der anderen zu suchen. Für viele Menschen ist das eine angestrebte Tugend. Wie schaffen wir es, dass es nicht nur eine angestrebte Tugend bleibt, sondern tatsächlich ausgelebt werden kann?

Der Apostel Paulus stand vor der gleichen Herausforderung. In Philipper 1, 18-26 lässt er uns an seinem Gedankenprozess teilhaben. Paulus, der für seinen Glauben an Jesus Christus im Gefängnis sitzt, sieht in seiner momentanen Situation zwei Optionen.

Option A

Die Option A könnte seinen Tod bedeuten. Er könnte im Gefängnis oder durch Hinrichtung sterben. Für ihn persönlich wäre das Gewinn (Phil. 1, 21.23). Das würde nämlich bedeutet, dass er alle Schmerzen und alles Leid auf dieser Welt zurücklassen könnte und endlich bei Jesus Christus im Himmel sein könnte. Darauf freute er sich schon seitdem er Jesus vor ein paar Jahren begegnet war.

Option B

Er sieht aber auch noch eine andere Möglichkeit. Option B würde bedeuteten, dass er noch weiterleben könnte und somit Früchte für andere bringen würde (Phil. 1, 22). Das wäre für andere das Beste. Wie entscheidet er sich?

In Phil. 1, 24-25 macht er deutlich, dass er nicht das Beste für sich, sondern für andere wählt. Und das ist das größere Opfer. Doch dieses Opfer wählt er gerne.

Wie kommt er, in Anbetracht seiner momentanen Gefängnissituation, zu dieser aufopfernden Haltung?

Die Antwort liegt nicht darin, es einfach immer wieder selbst zu probieren. Die Antwort liegt im 2. Kapitel des Briefes (Phil. 2, 3-11). Paulus hatte stets Jesus vor Augen. Jesus war für Paulus das größte Vorbild. Er suchte nicht seinen eigenen Vorteil, sondern gab all seine Rechte auf und suchte das Beste für uns Menschen. Nirgendwo sonst kommt die Liebe Jesu zu uns Menschen so deutlich zum Vorschein. Und es ist diese Liebe, die Paulus betrachtet und die ihn motiviert nicht auf seinen eigenen Vorteil aus zu sein, sondern auf den der anderen Menschen.

Für uns heute gilt das Gleiche! Aus eigenem Antrieb oder durch Disziplin lässt sich so eine selbstlose Haltung nicht lange und kontinuierlich aufrechterhalten. Wir brauchen Hilfe. Jesus ist uns zur Hilfe gekommen.

Es ist der tägliche Blick auf Jesus, der uns hilft, uns für das Beste der anderen zu entscheiden.

Probier es doch mal aus! Genieße das, was Jesus für dich getan hat jeden Tag wie einen Sonnenaufgang. Freue dich einfach daran. Du wirst merken, wie dieser Anblick dein Leben verändern wird. Vielleicht kann es auch eine Hilfe sein, Philipper 2, 6-11 auswendig zu lernen:

Er, der Gott in allem gleich war und auf einer Stufe mit ihm stand,
nutzte seine Macht nicht zu seinem eigenen Vorteil aus.

Im Gegenteil: Er verzichtete auf alle seine Vorrechte
und stellte sich auf dieselbe Stufe wie ein Diener.
Er wurde einer von uns – ein Mensch wie andere Menschen.

Aber er erniedrigte sich ´noch mehr`:
Im Gehorsam gegenüber Gott nahm er sogar den Tod auf sich;
er starb am Kreuz ´wie ein Verbrecher`.

Deshalb hat Gott ihn auch so unvergleichlich hoch erhöht
und hat ihm ´als Ehrentitel` den Namen gegeben,
der bedeutender ist als jeder andere Name.

10 Und weil Jesus diesen Namen trägt, werden sich einmal alle vor ihm auf die Knie werfen,
alle, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind.

11 Alle werden anerkennen,
dass Jesus Christus der Herr ist,
und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben.

Philipper 2, 6-11


Dieser Blogartikel ist eine Zusammenfassung der Predigt „Das Beste für andere“ über Philipper 1, 18-26 (12.02.2017) von Simon Ehlebracht. Du kannst sie hier nachhören.