Lebst du, was du glaubst?

Lebst du, was du glaubst?

Freude im Leid?

Wenn es ein Thema gibt, das sich von vorne bis hinten durch den Philipperbrief hindurchzieht, dann ist das die Freude. Eigentlich ziemlich seltsam, wenn man sich die Situation des Autors etwas genauer vor Augen führt.

In Ketten gelegt, in einem Gefängnis in Rom, ungefähr 60 n. Chr. Was kann einen Menschen dazu veranlassen in einer solchen Lage anderen, freien Menschen von Freude zu schreiben und das ohne jeden Beiklang von Melancholie? Worauf muss so jemand gegründet sein, dass nicht Verzweiflung, Angst, Bitterkeit und Hass Hauptgegenstand seines Schreibens ist?

Die Umstände

Die Lage scheint aussichtslos. Paulus liegt in Ketten, im Herzen eines der mächtigsten Weltreiche, das die Welt jemals gesehen hat. Ein Weltreich, das durch seine Grausamkeiten, unter anderem während der Christenverfolgung, bekannt ist. Er ist nicht gefangen, weil er irgendetwas verbrochen hat, sondern der Grund dafür ist sein Gehorsam Gott gegenüber. Er glaubt nicht nur an das Evangelium, sondern er ist auch treu und verkündigt es. Paulus liegt in Ketten um Christi Willen!

Römer 1,16a:

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht – ist es doch Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der daran glaubt.

In dieser Situation hätte er, menschlich betrachtet, jeden Grund dazu gehabt, zu verzweifeln – stattdessen lässt er sich dadurch anspornen. Er kennt den, der ihn dazu beauftragt hat und weiß, dass Gott die Kontrolle nicht verloren hat. Die einzige Frage, die er sich stellt ist die: Wie trägt meine derzeitige Situation dazu bei, dass Gott verherrlicht wird?

Die Reaktionen

Welche Reaktionen kann man unter solchen Umständen bei den Christen in Philippi erwarten? Wie kann so etwas zu Gottes Plan gehören? Die Mehrzahl der Brüder aus der Gemeinde in Philippi ließ sich dadurch ermutigen – wie kann das sein? Genau wie Paulus hatten sie ihre Augen auf Gott gerichtet und nicht auf die Umstände!

Und daß die meisten der Brüder im Herrn, durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht.

Philipper 1, 14

Sie predigten umso eifriger, ohne Furcht. Manche aus Liebe, andere aber aus Neid und Streitsucht. Diese waren aus nicht bekannten Gründen neidisch auf Paulus und ihr Ziel war es, Parteiungen innerhalb der Gemeinde, innerhalb der Christenheit zu schaffen, um Paulus damit noch mehr Schmerzen zu bereiten. Die Anderen dagegen wussten, dass Paulus das Evangelium nie zu seiner eigenen Ehre verkündigt hat, sondern aus reinen Motiven, aus Liebe und Gehorsam zu Gott.

Der Auftrag

Als Christ war sich Paulus darüber im Klaren, dass er sein Leben nicht daran verschwenden würde, um irdischen Dingen wie Besitz und Ansehen nachzujagen. Er wusste, dass es weit Entscheidenderes gibt, als diese vergänglichen Werte, nach denen der Mensch von Natur aus strebt.

Ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.

Philipper 3, 8

Er ließ sich in keiner Weise von Menschen oder Umständen davon abhalten, sein Leben völlig in den Dienst Gottes zu stellen. Paulus behielt den rechten Kurs bei!

Wonach richten wir uns aus? Lebst du, was du glaubst?


Dieser Blogartikel ist eine Zusammenfassung der Predigt „Der rechte Kurs“ über Philipper 1, 12-18a (05.02.2017) von Immanuel Kühnlein. Du kannst sie hier nachhören.