Läufst du vor Gott davon?

Läufst du vor Gott davon?

Eine Flucht, die nach hinten losgeht

Jona – der Prophet, der vor Gott davonläuft. Absurd, nicht wahr? Dennoch haben wir unter Umständen mehr mit Jona gemein, als wir es zunächst vermuten würden.

Auch wenn wir uns gerade nicht physisch auf der Flucht vor Gott befinden, so doch vielleicht geistlich? Wie kann sich eine solche Flucht äußern, wie fängt sie an und welche Auswirkungen kann sie haben?

Genauso wenig, wie Gott Jona einfach so seiner Aufgabe entkommen lässt und ihm nachgeht, tut er es bei uns. Was treibt Gott dazu an, Jona und uns nicht einfach ohne Weiteres laufen zu lassen?

Aber der HERR schleuderte einen starken Wind auf das Meer, sodass ein großer Sturm auf dem Meer entstand und das Schiff zu zerbrechen drohte.

Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrien, jeder zu seinem Gott; und sie warfen die Geräte, die im Schiff waren, ins Meer, um es dadurch zu erleichtern. Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich niedergelegt und war fest eingeschlafen.

Da trat der Schiffskapitän zu ihm und sprach: Was ist mit dir, dass du so schläfst? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht untergehen!

Jona 1, 4-6

Die Verfolgung

Gott sendet einen starken Wind auf das Meer. Dabei handelt es sich um keinen gewöhnlichen Sturm, sondern um ein Unwetter solchen Ausmaßes, dass die erfahrene, heidnische Besatzung des Schiffs, nachdem sie alles entbehrliche Schiffsgerät über Bord geworfen haben, nur noch zu ihren Göttern um ihr Leben flehen können.

Jona dagegen schläft im untersten Schiffsraum, bis ihn der Schiffskapitän aufweckt und ihn mit exakt den gleichen Worten, die Gott in Vers 2 benutzt hat („Mach dich auf…“), dazu auffordert, seinen Gott anzurufen anstatt zu schlafen.

Jona war bis zu diesem Punkt in eine Gleichgültigkeit verfallen, durch die es ihn völlig kalt ließ, dass die Besatzung an Deck um ihr nacktes Überleben kämpfe und das in einem Sturm, der nur um seinetwegen von Gott gesandt wurde (Jona 1,12). Jona wollte vor Gott fliehen und das auch rein physisch, er wollte so weit weg und soweit nach unten, wie nur möglich.

Das auch rein geographisch. Erst geht er nach Japho, auf Meereshöhe, dann in den untersten Schiffsraum und dort legt er sich auch noch nieder um zu schlafen. Er befindet sich auf seiner Flucht vor Gott regelrecht in einer Abwärtsspirale.

Genau wie Jona, führt Sünde, Ungehorsam gegenüber Gott, uns zu Trägheit, Unvernunft und macht uns zu Narren. Kennen wir das aus unserem Leben? Dass wir eher leblos sind, unser Gewissen unterdrücken, abschalten? Sind wir vielleicht schon so lange auf er Flucht vor Gott, dass wir uns schon daran gewöhnt haben – einfach – nichts zu sagen, Gottes und seinen Auftrag zu ignorieren?

Und sie sprachen einer zum anderen: Kommt, wir wollen Lose werfen, damit wir erfahren, um wessentwillen uns dieses Unglück getroffen hat! Und sie warfen Lose, und das Los fiel auf Jona.

Da sprachen sie zu ihm: Sage uns doch, um wessentwillen uns dieses Unglück getroffen hat! Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Was ist dein Land, und von welchem Volk bist du?

Er aber sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer; und ich fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.

Jona 1, 7-9

Die Entlarvung

In ihrer Angst entschließen sich die Seeleute den Verantwortlichen durch ein Gottesurteil in Form eines Loses zu ermitteln und das Los fiel auf Jona.

Jona hätte sich das alles auch sparen können, wenn er seine Schuld eingestanden hätte und von selbst an das Licht gekommen wäre. Aber er war so in seiner Sünde und Rebellion gegen Gott verstrickt, dass er sich immer weiter entfernte und seine Mitmenschen weiter belog.  Gott hat aber Mittel und Wege um jede Sünde und jeden Sünder an das Licht zu bringen.

Jona schweigt nicht nur, als alle anderen zu ihren Göttern rufen, sondern auch hier antwortet er nicht auf die Frage, was sein Auftrag ist. In dieser Situation konnte er schlecht sagen, dass er eigentlich ein Prophet ist, weil er seiner Aufgabe davonlief. Erst hat er sein Gewissen abgeschaltet, dann war sein Gebetsleben tot und letztlich auch sein Zeugnis.

Kennen wir das? Wenn unser Zeugnis stumm ist, wenn wir kein Zeugnis geben (können), dann vielleicht deshalb, weil vorher schon unser Gewissen und unsere Gebete leblos waren? Wenn wir uns in dieser Abwärtsspirale der Sünde bewegen, eines führt zum anderen und wir werden geistlich immer lauer? Dabei hat alles vielleicht so harmlos angefangen.

Da gerieten die Männer in große Furcht und sprachen: Was hast du da getan? Denn die Männer wussten, dass er vor dem Angesicht des HERRN floh; denn er hatte es ihnen erzählt.

Und sie fragten ihn: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer uns in Ruhe lässt? Denn das Meer tobte immer schlimmer.

Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer euch in Ruhe lassen! Denn ich weiß wohl, dass dieser große Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist.

Da ruderten die Leute mit aller Kraft, um das Ufer wieder zu erreichen; aber sie konnten es nicht; denn das Meer tobte immer schlimmer gegen sie.

Da schrien sie zu dem HERRN und sprachen: »Ach, HERR! lass uns doch nicht um der Seele dieses Mannes willen untergehen, rechne uns aber auch nicht unschuldiges Blut an; denn du, HERR, hast getan, was dir wohlgefiel!«

Darauf nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer; und das Meer hörte auf mit seinem Wüten.

Da bekamen die Männer große Ehrfurcht vor dem HERRN und brachten dem HERRN ein Schlachtopfer dar und legten Gelübde ab.

Jona 1, 10-16

Die Treue

Ist das nicht ein grausamer Gott? Immerhin wollte die Besatzung des Schiffs Jonas Leben dennoch retten, sie wollten ihn an Land bringen, wieso aber lässt Gott es nicht zu? Wieso zwingt Gott diese Männer dazu, einen Menschen dem sicheren Tod auszusetzen?

Es ist zwecklos Gott davonzulaufen – Er erreicht sein Ziel immer!

Was wir in diesem Abschnitt ganz besonders lernen dürfen, sind drei Grundmotive im Handeln Gottes: seine Treue, seine geduldige Liebe und seine Beharrlichkeit in der Durchführung seiner Pläne.

Gott verlässt ihn nicht! Wir, an seiner Stelle, hätten wohl gesagt: „Gut, es gibt noch genug andere, dann lauf halt Jona, ich finde jemand Besseren!“. Aber Gott will dem Verirrten bis zum Äußersten nachgehen – Gott sei Dank, ist Gott nicht so wie wir Menschen!

Ebenso kommt Gottes Unfehlbarkeit und Allwissenheit hier zum Ausdruck und das ist ein Punkt, der uns alle zutiefst beschämen sollte! Gott wusste von Anfang an, wie Jona sich verhalten würde, es war keine Überraschung für Ihn und dennoch hat Er Jona diesen Auftrag gegeben – wie oft fehlen wir? Als Gott dich errettet hat, hat er bereits gewusst, dass du fallen wirst, immer und immer wieder!

Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

2. Timotheus 2,13

Es ist zwecklos Gott davonzulaufen – Er erreicht sein Ziel, auch mit dir! Sei kein Jona, sondern sei Gott gehorsam und lebe deinen Auftrag als Christ. Du hast viele Glaubensgeschwister, die in demselben Kampf stehen, du musst ihn nicht alleine kämpfen!


Dieser Blogartikel ist eine Zusammenfassung der Predigt „Jona – Ein Aufruf zur Umkehr“ über Jona 1,4-16 (04.03.2018) von Immanuel Kühnlein. Du kannst sie hier nachhören.